Die Sternwarte Gudensberg ist Bildungsstätte und Treffpunkt für Beobachtungsabende und Vorträge – ein lebendiger Ort des Entdeckens, des Staunens und des gemeinsamen Lernens. Unser Angebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler im Schwalm-Eder-Kreis, an Studierende und an alle, die sich für Astronomie interessieren. Ob jung oder alt, mit oder ohne Vorkenntnisse: Bei uns sind alle herzlich willkommen!
Kommen Sie gern vorbei und genießen Sie einen unvergesslichen Blick durch eines unserer Fernrohre: zum Mond, zu unseren Nachbarplaneten oder zu weit entfernten Himmelsobjekten wie Galaxien, Sternhaufen und planetarischen Nebeln. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Unser Verein ist eine bunte Mischung aus Amateurastronomen, Hobbyforschern und neugierigen Weltraumbegeisterten jeden Alters. Bei uns findet jeder seinen Platz und kann sein Wissen und seine Begeisterung einbringen. Physikprofessoren der Universität Kassel gehören ebenso zu unseren Mitgliedern sowie die Universität selbst als unsere Partnerin.
Wir setzen uns mit viel Herzblut dafür ein, die Astronomie in Nordhessen lebendig zu halten und einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Seit unserer Gründung am 3. Mai 1991 beobachten wir die Sterne über Gudensberg und geben unser Wissen weiter.
Wenn Sie Interesse daran haben, die Sternwarte kennenzulernen (unabhängig vom Wetter) und/oder gern einmal durch unsere Teleskope schauen möchten, bitten wir Sie sehr herzlich, sich bei Dr. Burkhard Fricke per E-Mail unter fricke@uni-kassel.de zu melden. Er wird sich dann zeitnah mit Ihnen in Verbindung setzen und einen Terminvorschlag machen. Zusätzlich ist es auf Wunsch möglich, dass er Sie in unseren E-Mailverteiler aufnimmt, sodass Sie kurzfristig bei passender Wetterprognose über einen stattfindenden Beobachtungsabend informiert werden.
Seit unserer Gründung im Jahr 1991 verfolgt der Förderverein Schulsternwarte Gudensberg e.V. vor allem ein Ziel: astronomisches Wissen an Schüler, Studierende und an eine breite Öffentlichkeit weiterzugeben. Viele Jahre lang gehörten die Astronomiekurse des Vereins fest zum Wahlpflichtprogramm der Georg-August-Zinn-Schule und die Sternwarte war ein beliebtes Aushängeschild der Schule. Leider ist in den letzten Jahren das Interesse an Astronomie zurückgegangen, und der Astronomieunterricht musste zurückgefahren werden. Trotzdem möchten unsere aktiven Mitglieder weiterhin ihr astronomisches Wissen möglichst vielen Menschen weitergeben und die Sternwarte allen Interessierten zugänglich halten.
Jedes Jahr im Herbst lädt die Sternwarte die 7. Klassen der Georg-August-Zinn-Schule zu einer Führung ein. So lernen die Schüler die Sternwarte kennen und entdecken vielleicht ihre Begeisterung für den Sternenhimmel. Ebenfalls im Herbst findet eine Astronomie-AG für die 6. Klassen statt.
Für Studierende der Universität Kassel ist die Sternwarte ein idealer Ort für Bachelor- und Masterarbeiten. Mehrere Professoren des Fachbereichs Mathematik und Naturwissenschaften sind aktive Mitglieder im Verein. Dadurch sind Sternwarte und Universität eng miteinander verbunden. Zusammen mit der hochwertigen Ausstattung finden Studierende hier beste Bedingungen für ihre Forschung und ihre Experimente. Einige haben diese Möglichkeit bereits erfolgreich genutzt.
Jedes Jahr im Herbst lädt die Sternwarte Gudensberg zu spannenden Vorträgen über Astronomie ein. Es geht zum Beispiel um Himmelsobjekte, die man durch unsere Teleskope beobachten kann, um Grundlagen der Astronomie und Astrophysik und um die Frage, wie eng die Astronomie mit Geschichte und Religion verbunden ist. Die Vorträge richten sich an alle, die sich für den Sternenhimmel interessieren, ob jung oder alt, mit oder ohne Vorkenntnisse.
In der nächsten Zeit sind vorerst keine Vorträge oder Veranstaltungen in der Sternwarte geplant. Im Hintergrund arbeiten wir aber bereits an zukünftigen Veranstaltungen für 2027, sodass es sich lohnt, regelmäßig nach Aktualisierungen auf diese Webseite zu schauen oder uns zu schreiben, um in unseren E-Mailverteiler aufgenommen zu werden.
In Abspreche mit der Sternwarte Rothwesten und dem Planetarium Kassel laden wir von Seiten der Sternwarte Gudensberg ein, gemeinsam die partielle Sonnenfinsternis auf der Wiese vor der Orangerie in Kassel zu bestaunen. Anschließend finden Vorträge im Planetarium statt, u.a. über „Saroszyklus“ von Burkhard Fricke.
Carsten Stoehr
Jedes Jahr um den 13. August bescheren uns die Perseiden ein tolles Spektakel am Himmel. Als bekanntester periodische Meteorschauer erwartet uns ein Feuerwerk an Sternschnuppen am Nachthimmel. Genießen Sie gemeinsam mit uns dieses tolle Naturschauspiel und erfahren Sie zudem noch einiges über unseren Nachthimmel.
Vortrag von Carsten Stoehr
Der Vortrag gibt einen wunderbaren Überblick über all die Schätze des Nachthimmels, die man entweder direkt mit dem eigenen Auge oder mittels Kamera beobachten kann. Die Zuhörer bekommen so einen guten Einstieg in die Astronomie und erfahren, welche Objekte sich per Teleskop am Nachthimmel von Gudensberg beobachten lassen.
Vortrag von Winfried Auel
Noch im Frühmittelalter lebten die Germanen – in Hessen die Chatten – ihre Stammesreligion, bei der die Beobachtung grundlegender Naturphänomene, wie z.B. die Winter- und Sommersonnenwende, eine zentrale Rolle spielte. Weil die Christianisierung der Germanen für die Frankenkönige machtpolitische Bedeutung hatte, protegierten diese die Missionare: Heiligtümer wurden zerstört und Kirchen an deren Stellen gesetzt. Daher geben uns heutzutage christliche Sakralbauten an manchen Orten Hinweise auf vergangene religöse Orte und die damit in Verbindung stehenden astronomischen Kenntnisse unserer Vorfahren.
Vortrag von Friedrich von Waitz
Dieser Vortrag will die amerikanische Unabhängigkeitserklärung von 1776 und die amerikanische Revolution als „astronomisches Ereignis“ betrachten. Ausgangspunkt ist die Physik Isaac Newtons in ihrer Wirkung auf das Denken des 18. Jh., vor allem auf die Väter der amerikanischen Unabhängigkeit und der Verfassungen. Dazu gehören deren astronomische Sprachbilder ebenso wie die Überzeugung von Universalität und Fortschritt des Wissens. Die Entdeckung indigener Astronomie in Mittelamerika untermauerte den Anspruch auf kulturelle Gleichrangigkeit mit Europa. Newtons Physik und Planetarien prägten die Vorstellung vom republikanischen amerikanischen Bundesstaat. Den Verfassungsauftrag zur Förderung des Wissensfortschritt erfüllte der Staat allerdings nicht, sodass auch die amerikanische Astronomie im 19. Jh. auf private Initiativen angewiesen blieb.
Vortrag von Prof. Dr. Thomas Giesen
Im 16. Jahrhundert geriet das traditionelle Weltbild ins Wanken. Nikolaus Kopernikus stellte die Erde aus dem
Mittelpunkt des Universums, und neue Erkenntnisse veränderten allmählich das Verständnis des Himmels.
Mitten in dieser Zeit des wissenschaftlichen Umbruchs widmete sich Landgraf Wilhelm IV. von Hessen-Kassel mit
großer Leidenschaft der Astronomie. Auf dem Kasseler Schloss entstand eine der bedeutendsten Sternwarten
Europas. Gemeinsam mit Astronomen wie Christoph Rothmann und dem Instrumentenbauer Jost Bürgi entwickelte
Wilhelm neue Beobachtungsmethoden und Instrumente, mit denen sich die Positionen der Sterne mit einer bis dahin
kaum erreichten Genauigkeit bestimmen ließen.
Der Vortrag nimmt die Zuhörer mit auf eine Reise in die Astronomie vor rund 450 Jahren. Er zeigt, wie man damals
noch ohne Fernrohr den Himmel vermessen konnte, welche Rolle Kassel beim Übergang zur modernen Astronomie
spielte und warum die Arbeiten am Kasseler Hof weit über Hessen hinaus Bedeutung erlangten.
Machen Sie einen kleinen Rundgang durch unsere Sternwarte und erfahren Sie von unserer Ausstattung und den Möglichkeiten, die unsere Sternwarte bietet. Ein Klick auf die Bilder vergrößert diese.
Zur Sternwarte gehören drei Gebäude, in denen unsere Teleskope wettersicher auf stabilen Montierungen stehen. Das Highlight ist die Dachkonstruktion: Zur Beobachtung fahren wir die Dächer komplett zur Seite. So haben nicht nur die Teleskope, sondern auch die Beobachter einen freien Blick auf den Nachthimmel.
Unser Hauptgebäude besitzt einen beheizten Aufenthaltsraum. Von hier aus lassen sich die Teleskope fernsteuern, Beobachtungen planen und im Winter kalte Füße und Hände wärmen. Hier finden zudem auch unsere Vorträge und Versammlungen statt.
Unsere Sternwarten beherbergen mehrere hochwertige Teleskope verschiedener Bauart. Drei größere Schmidt-Cassegrain- und Newton-Teleskope stehen auf festen Montierungen mit elektronischer Nachführung. Damit lassen sich auch weit entfernte, lichtschwache Objekte beobachten und fotografieren. Unser ältestes Teleskop, ein Linsenteleskop (Refraktor) mit 2300 mm Brennweite und 150 mm Öffnung, eignet sich besonders gut für den Einstieg und für die Ausbildung von Schülern.
Mit den Teleskopen in unserer Sternwarte lassen sich so manche Objekte unseres Nachthimmels beobachten und ganz nah ans Auge holen.
Seien es ein "Flug" über die Krater unseres Mondes, ein Besuch unserer Nachbarplaneten Mars, Saturn und Jupiter oder sogar weit entfernte Galaxien,
Sternhaufen und Nebel. All das lässt sich bei uns beobachten. Eine kleine Auswahl dieser Objekte möchten wir Ihnen gerne in dieser Bildergalerie zeigen.
Klicken Sie auf die Bilder, um sie in voller größe zu bewundern.
Der Weg zur Sternwarte Gudensberg ist recht einfach. Die Stadt Gudensberg ist gut über die nahegelegene Autobahn A49 zu erreichen. Haben Sie Gudensberg erreicht, orientieren Sie sich an der Beschilderung zur Georg-August-Zinn-Schule, die im Schwimmbadweg 30 liegt. In der Schule befindet sich die Mediothek der Stadt. Folgen Sie an der Schule der Beschilderung zur Mediothek und nutzen Sie den dortigen Parkplatz. Die beiden Sternwartengebäude liegen am Rand des Schulgeländes in Richtung des Schwimmbadwegs und sind anhand ihrer dunkelblauen und gelben Farbe gut zu erkennen. Treten Sie ein und genießen Sie einen unvergesslichen Blick auf unseren Mond, unsere Nachbarplaneten oder noch weiter entfernte Objekte, die wir mit unseren Teleskopen ganz nah an Ihr Auge holen.
Förderverein Schulsternwarte Gudensberg e.V.
Schwimmbadweg 30
34281 Gudensberg